Freitag, 15. August 2008

Warum Theodor Leutwein?

Theodor Leutwein und Namibia - untrennbar miteinander verbunden! Mit seinem Motto "Teile und herrsche“ pflegte er seit 1895/1896 als erster Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika vor allem kolonialherrschaftliche, aber auch diplomatische Strukturen.

Als die Herero 1904 ihren geschichtsträchtigen Aufstand wagten, bemühte sich Oberst Theodor Leutwein - anders als sein bald darauf eingesetzter Widersacher, Generalleutnant Adrian Dietrich Lothar von Trotha - zunächst um eine friedliche, diplomatische Lösung. Doch der rabiate Weg gnadenloser Kriegsführung siegte: von Trotha betrieb die totale Vernichtung der Herero. Darüber geriet Leutwein mit diesem in einen scharfen Konflikt; 1905 trat er vom Amt des Gouverneurs zurück.

Wer war dieser Theodor Leutwein? Am 09. Mai 1849 wurde er in Strümpfelbrunn im Odenwald geboren, am 13. April 1921 starb er in Freiburg im Breisgau. Bis 1905 war er Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe und Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika.

Im Gegensatz zu von Trotha vertrat er zwar eine moderatere Herrschaftspolitik. Aber die Geschichte der Kolonialherrschaft in Afrika darf heute nicht darüber hinweg täuschen, dass natürlich auch bei Leutwein Rassentrennung und die 'rassische Privilegiengesellschaft' Wegweiser der kolonialen Macht waren, ganz zu schweigen von fragwürdigen deutschen "Zivilisierungsbemühungen" fremder Kulturen. Erst die Unabhängigkeit des seit 1915 von den Buren regierten Namibia, die im Jahr 1990 eintrat, befreite die kolonisierte Bevölkerung endlich von der bitteren Apartheidspolitik vieler Jahrzehnte.

Theodor Leutwein heute: der Vertreter einer Zeit, als Deutschland auf imperialistische Weise seine "Schutzgebiete" verwaltete, der Vertreter einer Zeit, als fremde Kulturen von europäischen Mächten "missioniert" und "zivilisiert" werden sollten, der Vertreter einer Zeit, die uns noch heute viel über die sogenannte "Dritte Welt" erzählen kann...